Was kostet es, eine Zahnarztpraxis zu eröffnen?
Realer Kostenaufschlüsselung für die Praxisgründung in Deutschland 2026: Räume, Ausbau, Behandlungseinheiten, Zulassung, Personal und Betriebskapital.
Viele Zahnarztpraxen in Deutschland arbeiten in den ersten Jahren am Rand der Rentabilität. Nicht weil eine Praxis ein schlechtes Geschäft wäre, sondern weil die meisten die Gründung nur mit Blick auf Behandlungseinheit und Räume planen, ohne durchzurechnen, was wirklich nötig ist, um den Break-even zu erreichen (den Punkt, an dem der Umsatz alle Kosten deckt und du Geld zu verdienen beginnst). Eine Zahnarztpraxis in Deutschland 2026 zu eröffnen kostet je nach Größe, Stadt und Ausstattungsniveau zwischen 150.000 und 600.000 Euro. Aber die Gesamtsumme ist weniger wichtig als zu verstehen, wohin jeder Euro fließt und vor allem, wie viel Liquidität du brauchst, um zu überleben, bis sich die Praxis selbst trägt. In diesem Leitfaden findest du die reale Aufschlüsselung nach Posten, drei Szenarien mit konkreten Spannen, die verfügbaren Finanzierungsoptionen und die Planungsfehler, die am meisten Geld kosten.
Was kostet es, 2026 eine Zahnarztpraxis in Deutschland zu eröffnen?
Die Gesamtinvestition für die Eröffnung einer Zahnarztpraxis in Deutschland bewegt sich zwischen 150.000 und 600.000 Euro oder mehr, abhängig von der Anzahl der Behandlungszimmer (die mit Behandlungseinheit ausgestatteten Räume, in denen die Behandlungen durchgeführt werden), der Lage, dem Zustand der Räume und ob die Ausstattung neu oder zertifiziert gebraucht ist.
Das sind die drei häufigsten Szenarien:
| Szenario | Beschreibung | Geschätzte Investition |
|---|---|---|
| Minimal tragfähig | 1 Behandlungszimmer, bereits ausgebaute Räume oder Übernahme, gebrauchte Ausstattung, kleinere oder mittlere Stadt | 150.000 bis 220.000 € |
| Standardpraxis | 2 Behandlungszimmer, renovierte Räume, neue Ausstattung der mittleren Klasse, mittelgroße Stadt | 250.000 bis 400.000 € |
| Referenzpraxis | 3+ Behandlungszimmer, kompletter Ausbau, Premium-Ausstattung mit DVT, Großstadt | 400.000 bis 600.000+ € |
Die Posten, aus denen sich diese Investition zusammensetzt, gliedern sich in acht Kategorien. Praxen mit der besten mittelfristigen Performance sind die, die die gesamte Investition vor Unterzeichnung des ersten Vertrags durchgeplant haben, einschließlich Betriebskapital und Eröffnungsmarketing, nicht nur Bau und Ausstattung.
Kosten für die Räume: Miete, Kauf oder Übernahme
Die Räume sind die erste Entscheidung und bestimmen alles Weitere. Du hast drei Optionen, jede mit unterschiedlichen Auswirkungen auf Investition und Zeit bis zur Eröffnung.
Miete ist die häufigste Option für eine erste Praxis. Die Spannen in Deutschland variieren stark je nach Stadt und Lage: zwischen 1.200 und 2.500 Euro/Monat in kleineren und mittleren Städten, zwischen 2.000 und 5.000 Euro/Monat in größeren Städten, und zwischen 4.000 und 10.000 Euro/Monat in Toplagen von Berlin, München oder Hamburg. Dazu kommen die Kaution (üblicherweise 2-3 Monatsmieten) und in vielen Fällen eine Ablöse, wenn es sich um eine gut gelegene Gewerbefläche handelt.
Kauf der Räume erfordert mehr Anfangskapital, eliminiert aber das Risiko von Mietsteigerungen und verschafft dir einen Vermögenswert. Das ergibt nur Sinn, wenn du Zugang zu langfristiger Finanzierung (Immobilienkredit) und eine klare Bleibeperspektive an diesem Standort hast.
Übernahme einer bestehenden Praxis ist der schnellste Weg zum Umsatz. Du kaufst einen laufenden Betrieb mit Patientenstamm, Ausstattung (die zu prüfen ist) und bereits erteilten Genehmigungen. Die Kosten der Übernahme schwanken enorm: von 80.000 Euro für eine kleine Praxis mit alter Ausstattung bis zu 400.000+ Euro für eine etablierte Praxis mit gutem Ruf und voller Terminplanung. Der Vorteil ist, dass du ab dem ersten Monat Umsatz machen kannst. Das Risiko ist, versteckte Probleme zu erben, wenn du vor der Unterschrift keine gründliche Prüfung durchführst.
Unabhängig von der Option brauchst du Räume mit mindestens 60-80 m² für ein Behandlungszimmer (mit Empfang, Wartezimmer, Sterilisation und barrierefreiem WC) und etwa 100-140 m² für zwei Behandlungszimmer. Die ideale Lage verbindet Sichtbarkeit auf Straßenniveau, eine Zone mit Wohndichte und Erreichbarkeit (öffentlicher Nahverkehr oder Parkmöglichkeiten in der Nähe).
Umbau und Ausbau der Räume: der Posten mit der größten Streuung
Die Ausbaukosten sind der unberechenbarste Posten und der, bei dem die meisten Praxen das Budget überschreiten. Die Schwankung hängt fast vollständig vom Ausgangszustand der Räume ab.
| Zustand der Räume | Orientierungskosten pro m² |
|---|---|
| Ehemalige Zahnarztpraxis (Übernahme mit Räumen in gutem Zustand) | 600 bis 1.100 €/m² |
| Arztpraxis oder medizinisches Zentrum | 900 bis 1.400 €/m² |
| Büro oder Gewerbefläche | 1.200 bis 1.900 €/m² |
| Rohbau (ohne Ausbau) | 1.500 bis 2.200 €/m² |
Für eine Praxis von 100 m² ausgehend von einer Gewerbefläche sprechen wir von 120.000 bis 190.000 Euro allein für den Ausbau. Wenn die Gestaltung und Innenarchitektur der Praxis ein Differenzierungsmerkmal für deine Marke ist (und das sollte sie sein, wenn du in einer Zone mit hoher Praxisdichte konkurrierst), können die Kosten steigen.
Die spezifischen Posten einer Zahnarztpraxis, die es bei einem normalen Umbau nicht gibt, überraschen Erstgründer am meisten:
Sanitärinstallation pro Behandlungszimmer: jede Behandlungseinheit braucht eigene Wasseranschlüsse mit Absperrventilen, Abfluss mit Amalgamabscheider und in vielen Fällen ein zentrales Absaugsystem. Kosten pro Behandlungszimmer: 3.000 bis 5.000 Euro.
Strahlenschutz: wenn du ein Röntgengerät installieren willst (und das wirst du brauchen), erfordert der Raum Bleiabschirmung an Wänden, Boden und Decke gemäß den Vorgaben der Strahlenschutzverordnung. Kosten: 4.000 bis 9.000 Euro.
Klimatisierung und Lüftung: eine Zahnarztpraxis braucht konstanten Luftaustausch im Sterilisationsbereich und zonenweise getrennte Klimatisierung. Kosten: 6.000 bis 18.000 Euro.
Verstärkte Elektroinstallation: dentale Geräte verbrauchen mehr als eine normale Gewerbefläche. Du brauchst dedizierte Leitungen, eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für kritische Geräte und spezifische Anschlüsse pro Behandlungszimmer. Kosten: 4.000 bis 8.000 Euro.
Sterilisationsbereich: muss die hygienischen Vorgaben mit unidirektionalem Ablauf (von unrein zu rein), eigener Lüftung und fugenlosen Oberflächen erfüllen. Kosten: 3.000 bis 5.000 Euro.
Ein Tipp, der Tausende Euro spart: beauftrage einen Architekten oder Innenarchitekten, der bereits Zahnarztpraxen geplant hat. Der Unterschied zwischen einem Fachmann mit Dentalerfahrung und einem Generalisten kann 15.000 bis 35.000 Euro an vermiedenen unvorhergesehenen Kosten ausmachen, weil der Spezialist von vornherein weiß, was die Hygiene- und Strahlenschutzvorgaben deines Bundeslandes verlangen.
Klinische Ausstattung: was die Einrichtung jedes Behandlungszimmers kostet
Die klinische Ausstattung ist nach dem Ausbau der zweitgrößte Posten. Die Kosten pro Behandlungszimmer variieren radikal, je nachdem, ob du neue Ausstattung der mittleren oder oberen Klasse oder zertifiziert gebrauchte Ausstattung kaufst.
Grundausstattung pro Behandlungszimmer
| Gerät | Neu (mittlere Klasse) | Neu (obere Klasse) | Zertifiziert gebraucht |
|---|---|---|---|
| Komplette Behandlungseinheit | 25.000 bis 40.000 € | 40.000 bis 65.000 € | 10.000 bis 20.000 € |
| Digitales intraorales Röntgen (RVG) | 6.000 bis 14.000 € | 14.000 bis 22.000 € | 3.000 bis 7.000 € |
| Polymerisationslampe | 400 bis 1.000 € | 1.000 bis 1.800 € | 150 bis 400 € |
Gemeinsame Ausstattung (für die ganze Praxis)
| Gerät | Neu | Zertifiziert gebraucht |
|---|---|---|
| Autoklav (Sterilisator Klasse B) | 4.000 bis 10.000 € | 2.000 bis 5.000 € |
| Dentaler Druckluftkompressor | 2.500 bis 6.000 € | 1.200 bis 3.000 € |
| Orthopantomograph (Panoramaröntgen) | 18.000 bis 45.000 € | 7.000 bis 18.000 € |
| DVT (3D-Tomografie) | 45.000 bis 130.000 € | 20.000 bis 60.000 € |
| Intraoralscanner | 15.000 bis 35.000 € | 6.000 bis 15.000 € |
Das DVT ist für die Eröffnung nicht zwingend, aber wenn deine Praxis Implantate oder Chirurgie anbieten wird, ist es eine Investition, die sich schnell amortisiert, weil sie Überweisungen von Patienten zur Diagnostik vermeidet. Der Intraoralscanner ist anfangs ebenfalls nicht Pflicht, aber immer mehr Patienten erwarten ihn, besonders bei der unsichtbaren Aligner-Behandlung.
Eine Praxis mit 2 Behandlungszimmern mit neuer Ausstattung der mittleren Klasse einzurichten (ohne DVT und Scanner): 90.000 bis 140.000 Euro. Dieselbe Praxis mit zertifiziert gebrauchter Ausstattung: 45.000 bis 80.000 Euro.
Die von spezialisierten Händlern zertifizierte gebrauchte Ausstattung (mit 12-24 Monaten Garantie und inbegriffener Wartung) ist eine kluge Option, um mit weniger Kapital zu eröffnen, ohne die klinische Qualität zu gefährden. Sie ermöglicht dir, zwischen 40 % und 60 % zu sparen und diese Differenz in Posten zu reinvestieren, die kurzfristig stärker auf die Rentabilität wirken, etwa das Eröffnungsmarketing oder ein größeres Polster an Betriebskapital.
Mobiliar, Software und nicht-klinische Technik
Das nicht-klinische Mobiliar umfasst den Empfang der Praxis (Tresen, Arbeitsstühle, Telefonsystem), das Wartezimmer (Sitze, Beleuchtung, Infobildschirm), den Sterilisationsbereich (Schränke und Regale aus Edelstahl), das Büro der Leitung (Tisch, Stühle, Bildschirm zur Präsentation von Kostenvoranschlägen) und das Lager.
Orientierungskosten für eine Praxis mit 2-3 Behandlungszimmern: 12.000 bis 35.000 Euro. Der Unterschied ergibt sich aus der Qualität der Ausführung und ob du in Elemente investierst, die das Patientenerlebnis stärken (Bildschirme mit Aufklärungsinhalten, USB-Ladegeräte im Wartezimmer, Schalldämmung zwischen den Behandlungszimmern).
Die Praxisverwaltungssoftware ist ab dem ersten Tag unverzichtbar. Sie verwaltet den Terminkalender, die Patientenakten, die Abrechnung, die Aufklärungs- und Einwilligungsdokumente und (bei den umfangreicheren) die Patientenkommunikation. Die Optionen reichen von 60 Euro/Monat (einfache Cloud-Lösungen) bis 200-350 Euro/Monat für vollständige Plattformen mit Marketing-Modul. Die Implementierungskosten im ersten Jahr (Lizenz + Einrichtung + Schulung des Teams) liegen meist zwischen 1.500 und 4.000 Euro.
Genehmigungen, Zulassung und Beratung: was du nicht überspringen kannst
Die administrativen Schritte zur Eröffnung einer Zahnarztpraxis in Deutschland variieren je nach Bundesland, erfordern aber überall dieselben Grundbausteine. Hier die wirtschaftliche Zusammenfassung:
| Posten | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Technische Planung (Architekt oder Ingenieur) | 3.000 bis 8.000 € |
| Eintragung beim Zahnärzteregister / Approbationsnachweis | 200 bis 800 € |
| Anmeldung bei der (Landes-)Zahnärztekammer | 200 bis 1.000 € |
| KZV-Zulassung (vertragszahnärztliche Tätigkeit) | 500 bis 2.000 € |
| Anmeldung des Röntgengeräts beim Strahlenschutz | 500 bis 1.500 € |
| Rechts- und Steuerberatung (Gesellschaftsgründung, DSGVO) | 1.500 bis 4.000 € |
| Berufshaftpflichtversicherung (erstes Jahr) | 1.500 bis 3.500 € |
| Entsorgung medizinischer Abfälle (Jahresvertrag) | 600 bis 1.800 € |
| Gesamt | 8.000 bis 22.600 € |
Zwei wichtige Hinweise. Erstens: die technische Planung brauchst du vor Baubeginn, weil der Umbau die Hygiene- und Strahlenschutzvorgaben deines Bundeslandes erfüllen muss, und wenn er das nicht tut, erhältst du keine Betriebsfreigabe. Den Architekten erst nach dem Umbau zu beauftragen ist ein Fehler, der sehr teuer wird. Zweitens: die Anmeldung des Röntgengeräts beim Strahlenschutz ist verpflichtend, sobald du irgendein Röntgengerät hast (auch das einfachste intraorale), und erfordert einen anerkannten Strahlenschutzbeauftragten.
Der Kostenpunkt, den die meisten vergessen: Marketing und Patientengewinnung ab Tag 1
Es gibt einen Posten, den die meisten Zahnärzte bei der Eröffnung ihrer ersten Praxis unterschätzen oder schlicht ignorieren: das Eröffnungsmarketing. Und es ist der, der den größten Einfluss darauf hat, wie lange du bis zum Break-even brauchst.
Die Logik ist einfach. Wenn du eine Praxis eröffnest und keine Patienten hast, laufen deine Fixkosten (Miete, Personal, Nebenkosten, Finanzierungsraten) trotzdem weiter. Jeder Monat, den du brauchst, um den Terminkalender zu füllen, ist ein Monat, in dem du Betriebskapital verbrennst. Das Eröffnungsmarketing ist keine optionale Ausgabe: es ist das, was die Zeit zwischen Türöffnung und beginnender Rentabilität verkürzt.
Die empfohlene Marketinginvestition in den ersten 6 Monaten nach Eröffnung liegt zwischen 8.000 und 25.000 Euro, verteilt auf drei Blöcke:
Vor der Eröffnung (2-3 Monate vorher): professionelle, für lokales SEO optimierte Website (2.500 bis 6.000 Euro), vollständiges Google-Business-Profil mit professionellen Fotos, Fotoshooting der Praxis und des Teams (400 bis 800 Euro) und Eintrag bei Jameda und Doctolib mit optimiertem Profil.
Eröffnungsmonat: Google-Ads-Kampagne für stark nachgefragte Behandlungen in deiner Zone (500 bis 1.000 Euro/Monat), Meta-Ads-Kampagne (Facebook und Instagram) zur lokalen Sichtbarkeit (300 bis 600 Euro/Monat) und eine Aktion mit Direktwerbung oder Flyer-Verteilung im Umkreis von 1-2 km (300 bis 900 Euro).
Monate 2-6: Fortführung der Akquisekampagnen, Start einer SEO-Strategie für die mittelfristige Positionierung und Aufbau einer Basis an Bewertungen. Das ist es, was dein monatliches Dentalmarketing-Budget ab diesem Zeitpunkt definiert.
Jede neue Praxis braucht einen Marketingplan, und zwar von vor der Eröffnung. Nicht danach. Praxen, die das Marketing "auf später, wenn wir geöffnet haben" verschieben, brauchen 6 bis 12 Monate länger bis zum Break-even. Mit einem ab Tag 1 aktiven System zur Patientengewinnung verkürzt sich dieser Zeitraum auf 4-8 Monate.
Betriebskapital: wie viel Liquidität du bis zum Break-even brauchst
Das Betriebskapital (oder Working Capital) ist das Geld, das du auf dem Konto haben musst, um alle Fixkosten zu decken, während die Praxis noch nicht genug Umsatz generiert, um sich selbst zu tragen. Es ist der Posten, den die meisten Praxen bei der Berechnung der Gesamtinvestition vergessen, und der Hauptgrund, warum manche in den ersten 18 Monaten schließen.
Die Formel ist direkt:
Benötigtes Betriebskapital = Monatliche Fixkosten × Monate bis zum Break-even
Die typischen monatlichen Fixkosten einer Praxis mit 2 Behandlungszimmern in einer mittelgroßen Stadt in Deutschland:
| Position | Geschätzte monatliche Kosten |
|---|---|
| Miete | 2.000 bis 4.000 € |
| Gehälter (Rezeption + zahnmedizinische Fachangestellte) | 4.500 bis 7.500 € |
| Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas) | 400 bis 800 € |
| Klinisches Verbrauchsmaterial | 800 bis 2.000 € |
| Software, Telefonie, Internet | 250 bis 500 € |
| Finanzierungsrate (falls zutreffend) | 1.000 bis 3.000 € |
| Versicherung, Steuerberatung, Entsorgung | 400 bis 700 € |
| Monatliches Marketing | 600 bis 1.800 € |
| Monatliche Gesamtsumme | 9.950 bis 20.300 € |
Wenn der Break-even 6-8 Monate dauert (was mit einer aktiven Marketingstrategie üblich ist), brauchst du zwischen 60.000 und 162.000 Euro an Betriebskapital. Das ist Geld zusätzlich zur Investition in Räume, Umbau, Ausstattung und Genehmigungen.
Eine gut geplante Praxis erreicht den Break-even zwischen Monat 6 und Monat 12. Ab da bewegen sich die Nettomargen bei korrekter Praxisführung zwischen 20 % und 35 % des Umsatzes. Der durchschnittliche Jahresumsatz einer Zahnarztpraxis in Deutschland liegt je nach Größe und Spezialisierung im Bereich mehrerer Hunderttausend Euro, was eine Vorstellung von der mittelfristigen Rendite der Investition gibt.
Wie du die Eröffnung deiner Zahnarztpraxis finanzierst
Nur sehr wenige Zahnärzte eröffnen eine Praxis und bezahlen alles aus eigener Tasche. Üblich ist eine Kombination aus Eigenkapital (20-30 % der Investition) und Fremdfinanzierung für den Rest.
Das sind die in Deutschland 2026 verfügbaren Optionen:
Klassischer Bankkredit. Der Dentalsektor gilt bei den meisten Instituten als risikoarm, was den Zugang zu Krediten erleichtert. Spezialisierte Anbieter wie die apoBank sowie Hausbanken haben eigene Linien für Heilberufler. Übliche Laufzeiten: 5-10 Jahre für Ausstattung, 10-15 Jahre wenn der Kauf der Räume enthalten ist. Zinssätze: variabel oder fest, mit planbaren monatlichen Raten.
KfW-Förderkredite. Öffentliche Finanzierung über die Hausbank, mit günstigeren Konditionen (vergünstigte Zinsen und lange Laufzeiten). Besonders nützlich für Existenzgründer, die ihre erste Praxis eröffnen.
Leasing der Ausstattung. Mietkauf mit Kaufoption, der dir erlaubt, Behandlungseinheiten, Röntgentechnik und Technologie ohne Anfangsauszahlung anzuschaffen. Die Raten sind steuerlich absetzbar. Es ist die effizienteste Option für teure Ausstattung.
Mietkauf ohne Kaufoption (Renting). Ähnlich dem Leasing, aber ohne Kaufoption. Nützlich für Technologie, die schnell veraltet (Intraoralscanner, Software). Die Raten sind ebenfalls absetzbar.
Investoren oder Kapitalpartner. Für große Projekte (3+ Behandlungszimmer, Premiumlage) suchen manche Zahnärzte einen Investor, der Kapital im Austausch gegen eine Beteiligung am Betrieb einbringt. Das senkt die persönliche finanzielle Belastung, bedeutet aber, Entscheidungen und Gewinne zu teilen.
Die häufigste Kombination, die wir bei gut geplanten Praxisgründungen sehen: Eigenkapital für die Kaution der Räume und die ersten Monate Betriebskapital, Bank- oder KfW-Kredit für den Umbau und Leasing für die klinische Ausstattung. So lässt sich mit einer Anfangsauszahlung von 50.000-90.000 Euro starten und der Rest in absetzbaren Raten finanzieren.
Die 5 Planungsfehler, die bei der Praxiseröffnung am meisten Geld kosten
Nach der Zusammenarbeit mit mehr als 80 Zahnarztpraxen in Deutschland und Europa sind das die Fehler, die wir bei denen wiederholt sehen, die mit Problemen eröffnen:
1. Keine Marktanalyse der Zone durchführen. Eine Praxis zu eröffnen, ohne zu wissen, wie viele es im Umkreis von 1 km gibt, welche Behandlungen sie anbieten, welche Preise sie nehmen und welchen Online-Ruf sie haben, ist Blindflug. Eine einfache Wettbewerbs- und Nachfrageanalyse kostet zwischen 500 und 2.500 Euro (oder deine Zeit, wenn du sie selbst machst) und kann eine Investitionsentscheidung von 300.000 Euro am falschen Standort verhindern.
2. Den Umbau unterbudgetieren. Der Bauposten weicht am stärksten vom Anfangsbudget ab, besonders wenn die Räume vorher keine Praxis waren. Plane einen Sicherheitspuffer von 15-20 % auf das Angebot des Bauunternehmens ein. Wenn das Baubudget 150.000 Euro beträgt, plane, als wären es 172.000-180.000.
3. Das Team und die Aufgabenverteilung nicht vor der Eröffnung definieren. Praxen, die eröffnen, ohne klar zu haben, wer den Empfang macht, wer den Terminkalender verwaltet und wer offene Kostenvoranschläge nachverfolgt, verlieren ab dem ersten Monat Patienten. Eine klare Organisationsstruktur, auch wenn es nur 3-4 Personen sind, mit definierten Funktionen und Abläufen, ist genauso wichtig wie die Behandlungseinheit.
4. Das Marketing auf nach der Eröffnung verschieben. Wir haben es bereits gesagt, aber es verdient eine Wiederholung, weil es der zeitlich teuerste Fehler ist. Jeder Monat ohne aktive Akquisestrategie ist ein Monat Fixkosten ohne Rückfluss. Die Website, das Google-Profil, die erste Ads-Kampagne: alles sollte vor der Eröffnung bereitstehen.
5. Das Betriebskapital nicht berechnen. Viele Zahnärzte investieren alles in Umbau und Ausstattung und eröffnen mit 5.000 Euro auf dem Konto. Wenn der Umsatz im ersten Monat 4.000 Euro beträgt und die Fixkosten 12.000, schießt die Anspannung in die Höhe und Entscheidungen werden schlecht getroffen. 6-8 Monate Fixkosten abgedeckt zu haben ist nicht konservativ: es ist das Minimum, um strategische Entscheidungen ohne Druck treffen zu können.
Fazit: die richtige Investition ist die, die den gesamten Weg bis zur Rentabilität einschließt
Eine Zahnarztpraxis in Deutschland zu eröffnen ist bei guter Planung eine Investition mit nachgewiesener Rendite. Nettomargen von 20-35 % auf den Umsatz sind erreichbar, aber nur wenn der Investitionsplan die Posten einschließt, die viele vergessen: das Betriebskapital, um bis zum Break-even durchzuhalten, das Marketing, um den Terminkalender ab dem ersten Monat zu füllen, und das geschulte Team, damit jeder anrufende Patient am Ende auf der Behandlungseinheit sitzt.
Wenn du in der Planungsphase bist und wissen willst, wie viel du in Marketing investieren musst, um mit vollem Terminkalender zu starten, fordere dein kostenloses Audit an. In 30 Minuten zeigen wir dir, welche Strategie wir für deine Zone, deine Spezialisierung und dein Budget einsetzen würden. Unverbindlich.
Häufig gestellte Fragen
Eine Zahnarztpraxis mit einem einzigen Behandlungszimmer in einer kleinen oder mittleren Stadt in Deutschland lässt sich für zwischen 150.000 und 220.000 Euro einrichten, wenn du von bereits ausgebauten Räumen oder einer Übernahme ausgehst und zertifiziert gebrauchte Ausstattung nutzt. Wenn die Räume einen kompletten Umbau brauchen und die Ausstattung neu ist, steigt die Spanne auf 220.000-320.000 Euro. Zu diesen Zahlen kommen zwischen 50.000 und 80.000 Euro Betriebskapital, um die Fixkosten bis zum Break-even zu decken.

José Ramón Díaz
+10 años de experiencia en Marketing y Startups especializado en el sector Salud y Dental. Ex-DR SMILE e Impress.
Möchten Sie, dass wir das
in Ihrer Praxis umsetzen?
Buchen Sie Ihr kostenloses Audit und wir zeigen Ihnen genau, wie Sie wachsen können.
Mit einem Strategen sprechen